Sonntag, 10. Oktober 1943

Ein Eintrag an diesem Tag

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Um 6 auf, schnell sehr frisch, schöner Kaffee zum Frühstück, Ännchen und Üssie brachten Jup zur Bahn, ich fuhr mit ihm nach Attendorn. In Finnentrop Streit mit einem dummen Schaffner und einer autoritätssüchtigen Bahnhofsvorsteherin, lächerlich, weil wir über die Geleise gegangen waren, statt durch [die] Unterführung. Große Aufregung, etwas wie Braukeller, Jup ist dabei streitsüchtig und sehr frech; wir wurden aufgeschrieben und lachten darüber. Der Zug hielt vor Attendorn wegen eines Schienenbruchs. Die meisten Leute stiegen aus und gingen zu Fuß. Vorgeschmack der kommenden Dinge, wenn der Transport zusammenbricht. In Attendorn in der Kirche, Predigt (über die Gleichheit der Menschen, ohne die es keinen Frieden auf Erden gibt), aber nicht interessant, noch in der Gymnasiumskirche, im Ganzen eine ausgestorbene Stadt, um 9 dem Bach entlang, den ich als Gymnasiast besungen habe,⁠ herrlicher Weg im Nebel, über Rauterkusen, Vierkreuze, Sonneborn, Gansmecke nach Plettenberg. Wunderschön, aber furchtbar geschwitzt.⁠ Blick von Sonneborn, auf die Höhen. Weit weg von dieser Zeit. In Plettenberg am Alten Wall traf ich Langenbach, gab ihm „Die letzte globale Linie“, zu Hause schönes Mittagessen, das Duschka gekocht hatte, nachher nicht gut geschlafen, obwohl ich die Nacht nur 4 Stunden geschlafen hatte. Um 5 wieder Kaffee, Brief an Weber geschrieben, abends an Hodler, allmählig wird es ernst, aber meine Lage ist doch einfach lächerlich, ohne Bücher, ohne Arbeitsraum, ohne Winterkleider und Wäsche. Überlege, was ich Popitz schreibe. Nach dem Abendessen mit dem Vater Skat gespielt. Angst um Ännchen, die mit Fräulein Geschke zum Graphologen ist und noch nicht zurückkam. Sehe sie im Wald herumirren. Sie kamen aber um ½ 10. Duschka schrieb fleißig Briefe. Eigentlich ist das wunderschön hier, möchte gar nicht mehr nach Berlin. Schöner, hilfsbereiter Brief von Ziegler.

    Sonntag 10/10 43. Um 6 auf, schnell sehr frisch, schöner Kaffee zum Frühstück, Ännchen und Üssie brachten Jup zur Bahn, ich fuhr mit ihm nach Attendorn. In Finnentrop Streit mit einem dummen Schaffner und einer autoritätssüchtigen Bahnhofsvorsteherin, lächerlich, weil wir über die Geleise gegangen waren, statt durch die …

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