Mittwoch, 4. August 1943

Ein Eintrag an diesem Tag

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Verhältnismäßig gut geschlafen, wieder großes Behagen, Traum von Goruneanu⁠ und Gilles,⁠ große Süße, „Wolllust ward dem Wurm gegeben.“⁠⁠ Um ½ 9 auf, schöner Tag, wieder heiß, telefonierte wegen des Hojer,⁠ Aufsatz⁠⁠ von Goebbels in der Zeitung: Disciplin, Selbsthilfe usw. Rührend. Der nette Oberlandesgerichtsrat Kirchhoff,⁠ der im Justizministerium das Prüfungsamt vertritt. Brief von Frau Winckelmann,⁠ daß die Symphonie von Enescu⁠ gestern Abend gesendet wurde, das tat mir leid. Anruf von Ipsen⁠ aus Hamburg, warnt dringend, in Berlin zu bleiben; seine Kinder und seine Frau⁠ gerettet. Am Schreibtisch, aber nervös. Die Putzfrau sagt: Der Gerwig⁠ ist schon in der Schweiz. Frau Hahm⁠ rief an und sagt, daß das ganze Haus, in dem Bruns⁠ wohnen, bereits leer ist. Nachher Graf Podewils,⁠ der Jünger⁠ gesehen hat und morgen wieder anruft. Es war drückend heiß, ich aß früh zu Mittag, ruhte aus, las die spanische Zeitschrift des Int. Est. Pol.⁠ und freute mich noch einmal meines Spanisch-Erfolgs und meines guten Vortrags.⁠⁠ Um 5 zurechtgemacht, für den Nachmittag, Ipsen hat angerufen, ich habe ihn für heute abend mit eingeladen, obwohl das nicht fein war; (erinnerte mich an den Fehler, den ich gegenüber Castro-Rial⁠ begangen habe), rief deshalb an und brachte es in Ordnung. Oft stundenlang völlig vergnügt und gleichmütig. Frau Schur,⁠ die Freundin von Frau Jünger,⁠ rief mehrmals an, Frau Jünger hat sich nach uns erkundigt; sie hat die Alarme bisher gut überstanden.⁠⁠ Ließ mir die Haare im Bristol⁠ schneiden, ½ 7 mit Ipsen, Weber-Schumburg⁠ und Sahlin⁠⁠ im Bristol getroffen. Schön zu Abend gegessen, von Weber-Schumburg eingeladen, Graacher Mönch-Auslese getrunken, es war furchtbar heiß und wir schwitzten; Sahlin Hamburger Typ, matt, spricht viel, überzeugt von sich, erzählte Fälle usw. Ipsen gab Ratschläge über das Verhalten bei Fliegerangriffen. Ich ging noch in das Zimmer von Weber-Schumburg, furchtbare Hitze, aber sehr gute Weine, schließlich ein Rothschild Ch. Lafitte, herrlich, sprechen über Führer als Richter, über Max Weber,⁠ das Justizministerium als letzter Hort des Rechts, keiner traut dem anderen. Um ½ 12 nach Hause. Todmüde, aber angenehm, besonders der nette Weber-Schumburg. Habe Sahlin ein gebundenes Exemplar von Land und Meer⁠ gegeben. Jetzt ist das letzte weg. Ultimatum zum 10. oder 15.⁠⁠ Also wieder eine Galgenfrist.

    Mittwoch, 4/8 43. Verhältnismäßig gut geschlafen, wieder großes Behagen, Traum von Goruneanu und Gilles, große Süße, Wolllust ward dem Wurm gegeben. Um ½ 9 auf, schöner Tag, wieder heiß, telefonierte wegen des Hojer, Aufsatz von Goebbels in der Zeitung: Disciplin, Selbsthilfe usw. Rührend. Der nette Oberlandesgerichtsrat Kirchhoff …

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