Samstag, 27. November 1943

Ein Eintrag an diesem Tag

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Nachts große Sorge um Duschka,⁠ daß sie friert. Morgens Traum: ich telefoniere; ich kann nicht nach Berlin kommen; eine klare scharfe Stimme antwortet: warum denn nicht? Blieb bis 10 im Bett, wärmte mich, hoffte, die beginnende Erkältung abzuwenden. Trank guten Tee, fühlte mich wohl, ein Brief von Jünger,⁠ der mich besonders freute (weil er sagt: Lieber Carl Schmitt, plötzlich eine Wärme, die er sonst nicht hat).⁠⁠ Machte einen schönen Spaziergang zum Ibsenstein⁠ im Schnee, das schweigende Land; Kontakt mit den Bergspitzen. Das tat mir gut. Zu Hause war Üssie⁠ schon aus der Schule zurück und erzählte, daß diese Nacht in Berlin wieder Fliegerangriff war.⁠⁠ Nach dem Essen gut geschlafen, etwas in dem Aufsatz über europäische Rechtswissenschaften⁠ für den Dekan⁠ in Budapest,⁠⁠ abends Wein getrunken, mit der armen Üssie im Zimmer, mich um Ännchen⁠ bemüht, mit ihr noch Rotwein getrunken, aber es nützt wirklich nichts, einsam noch Gottfried Keller, Die 3 gerechten Kammacher⁠ gelesen, überrascht von der guten Erzählung, mit dämonischen Hintergründen, tief traurig, völlig aufgeschmissen um 12 ¾ zu Bett.

    Samstag, 27/11 43. Nachts große Sorge um Duschka, daß sie friert. Morgens Traum: ich telefoniere; ich kann nicht nach Berlin kommen; eine klare scharfe Stimme antwortet: warum denn nicht? Blieb bis 10 im Bett, wärmte mich, hoffte, die beginnende Erkältung abzuwenden. Trank guten Tee, fühlte mich wohl, ein …

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